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Nach der ersten Nacht im ehemaligen Zarenreich wurde uns gleich die 5km weiter lauernde Polizeikontrolle zum Verhängnis, sie wurden mit dem fehlenden D-Schild fündig, ich konnte nur noch den Preis auf ein Viertel der verlangten Summe (sie wollten 80$ !!!) herunterhandeln.Das wurmt natürlich für "Nichts" zu bezahlen, aber vermutlich muss man eine solche Erfahrung mal durchmachen. Danach jedenfalls bekam die Miliz keine Kopeke mehr von uns. Wenn man genügend Zeit mitbringt, wird man die Beamten auch ohne lästige Schmiergeldzahlungen wieder los. Außerdem schien es sich später herumgesprochen zu haben, dass man bei uns nichts holen kann, kaum ein Milizposten machte noch derartige Versuche, spätestens hinter dem Ural wussten sie bereits wer da angezweitaktet kommt.

In Taganrog nahmen wir zum ersten Mal ein Hotel, um unsere Sachen zu waschen und die Registrierung zu bekommen. Der Preis der Einrichtung war zwar unverschämt hoch, der Service dennoch schlecht, aber für eine richtige Dusche und eben hinterher weniger Probleme war es uns das Wert. In der Stadt trafen wir dann noch Sergej, einen etwas zwielichtigen aber netten Biker, der uns zu einer Hinterhofwerkstatt führte, in der auch das andere Radlager gewechselt wurde. Zwar gegen ein russisches, das hat aber dann immerhin bis nach Hause durchgehalten.

In der nächsten großen Stadt Wolgograd ging es noch einmal auf Ersatzteilsuche, BS4 machte zuvor jeden Tag mehr Probleme, wann immer es durch Stadtverkehr ging. Der ansässige Motorradclub brachte uns zu dem vermutlich einzigen Geschäft für Motorräder, wo wir mit einer Jawazündspule fündig wurden (hatten wir zuvor durch tauschen als Übeltäter identifiziert). Als diese eingebaut war und wir gerade beladen hatten, brach ein Blinker ab... Ich hatte den Kanal voll, aber ein zufällig anwesender hoher Bankangestellter führte uns zum Hausmeister seines Geldinstitutes, welcher das Teil wieder anbruzelte. Von da ab lief dann meine ETZe ohne größere Probleme und nur noch kleinere Wartungsarbeiten waren bis zurück nach Europa nötig.

Von nun an kamen wir recht gut voran auf der schier endlos scheinenden Strecke. Seit Wolgograd ließen sich die Riesenentfernungen spüren, alle 50 bis 100km mal eine Tankstelle sonst "nichts". Das "Nichts" besteht links und rechts der Straße aus Wiesen, Birkenwäldern und kleinen Tümpeln. Bis Omsk wurden die Straßenränder richtig feucht und wir hatten abends öfters Probleme einen Platz fürs Zelt zu finden, da unsere Motorräder noch ohne Endurobereifung auf dem zu überwindenden Schlickerrand kaum noch Halt fanden. Rauswuchten aus dem Schlamm war aber nur selten nötig. Hinter Omsk wurde es zum Glück wieder trockener.

Wie fast zu erwarten blieben die Bewohner der Tümpel nicht aus. Doch die Menge der auftretenden Mücken hat uns dann doch überrascht und zu schaffen gemacht. Dagegen ist der Spreewald die reinste Erholung. Zu Tausenden summen sie um einen herum und ohne chemische Waffen wie Antibrumm oder Authan wäre es unerträglich gewesen. So blieb es meist nur beim lästigen Schwirren und die Stiche auf 10 bis 20 pro Abend bzw. Morgen begrenzt...


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