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Beim Grenzübertritt zurück nach Russland hatten wir nicht so viel Glück wie bei der Hinfahrt. Wir waren auch diesmal spät dran, die Mongolen hatten aber keine Lust auf Überstunden, so dass wir noch eine letzte Nacht vor der Grenze verbringen mussten (konnten)... Die Abfertigung verlief dann zäh und nachdem wir auf mongolischer Seite durch waren, gingen die Russen in die Mittagspause...was bedeutete wieder zurück vor die mongolische Schranke. Nach einer Stunde warten und nochmals anderthalb Stunde eigentlich nutzloser wichtigtuerischer Prozedur waren wir aber dann durch und vor uns lag noch einmal Burjatien.

In Ulan Ude wollten wir eigentlich in das Ethnographische Museum. Unweit davon trafen wir aber auf zwei Schweizer, die seit vier Monaten mit einem 50Jahre alten Saurer LKW unterwegs waren. Sie hatten Bekannte in Burjatien, von denen sie ein Reisebüro vermittelt bekamen, welches die Registrierungsformalitäten erledigen kann. Da schlossen wir uns gleich an, wodurch dann keine Zeit mehr fürs Museum blieb. Aber besser den Bürokratiekram erledigt, als hinterher irgendwelchen Grenzärger.

Unser Zeltplatz am Baikalsee an diesem Abend war schon bewohnt: Ein französischer Ententrupp (Citroen 2CV) hatte sich eingefunden. Deren Plan war von Spanien aus bis nach China mit den kleinen lustigen Autos, wohl insgesammt 5 an der Zahl, zu fahren. Das ganze wurde mehr oder weniger professionell mit Begleitfahrzeug durchgeführt, was wir ihnen aber gönnten, denn unsere ETZen sind fuer die Tour sicher noch besser geeignet als die kleinen Schaukelkisten.

Tags drauf ging es nach Irkutsk, wo wir von kräftigen Regenschauern begrüßt wurden und uns deshalb eine Herberge suchten, zwar recht heruntergekommen (auf den Fluren war das Wetter draußen zu erkennen) aber halt günstiger Preis. Am selben Abend trafen wir noch Pawel, unsere Kontaktperson für das Motorradtreffen am Baikalsee. Das war ein komischer Typ, regungslos begrüßte er uns in einer Kneipe: "Aha You are the German Guys." Anschließend schrieb er paar Telefonnummern auf von Leuten des Motorradclubs, an die wir uns wenden sollten. Jene waren dann zum Glück besser drauf, Micha bekam sein Hinterrad besser eingespeicht (hofften wir zumindest) und eine Übernachtung wurde uns von Sergej (Spitzname Mutant) auch angeboten. Wir nahmen an und fuhren dann am nächsten Tag gemeinsam zum Motorradtreffen Baikal - Schaman. Auf dem Platz am See tummelten sich schon ein paar hundert Biker, meist mit modifizierten Ural oder Dnepr. Auch ein deutsches auf Weltreise befindliches Paar aus Köln fand den Weg zum Treffen. Katrin und Juni hatten den Hinweg etwas abgekürzt mit der Transsib, das wollten wir ja auf dem Heimweg nutzen. Wie ich nachher erfahren habe, nutzten sie ebenfalls Sabina's Herberge in Ulan Bator, hatten aber großes Pech mit einem ihrer Mopeds: Juni's KTM blieb kurz nach unserer Begegnung mit kapitalen Motorschaden liegen. Reparatur war vor Ort nicht möglich, so dass sie sich einen Ersatzmotor schicken lassen mussten. Lars, ebenfalls aus D und auf Weltreise schien auf alle Eventualitäten vorbereitet. Akribisch hatte er seine dicke BMW im vornherein vorbereitet, wie auch schon an seiner proffessionelle Webseite erkennbar ist.


Mongolei  III                                                                   Bilder                                                                                             Russland  V