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Das Treffen hinterliess einen zwiespältigen Eindruck, einerseits lernten wir viele nette Leute kennen, doch der Anteil der kräftig bechernden Biker war in der Mehrzahl: Vodka guuut, trinken vieel und zwei Finger an den Hals. Das war ganz schön anstrengend, bin aber zum Glück um Kopfschmerzen am nächsten Morgen drumherum gekommen. Zeitiges Schlafengehen war da die einzige Chance, wodurch ich zwar einen Teil des Musikprogramms verpasste, was aber eh vom Hören nicht wirklich überzeugte. Wir waren froh, als am Montag alles vorbei war und suchten uns noch einen neuen Schlafplatz in der Nähe von Listvjanka an der Angara, am See selber war es dort leider nicht möglich wild zu Zelten.

Am darauf folgenden Tag ging es dann in den Zug "Baikal" von Irkutsk nach Moskau. Für uns nur bis Vladimir, denn Moskau wollten wir auf dem äußeren Ring umfahren. Das Besorgen der Tickets war etwas zeitaufwendig, 3Stunden am Freitag für unsere Fahrkarten und dann am Dienstag noch die Verladeprozedur, wofür wir der Russischen Bahn 0 Punkte gaben. Obwohl wir anderthalb Stunden vorher da waren, ließ man uns nicht einladen, zehn Minuten vor Abfahrt dann Stress und erpresste 1000 Rubel für spärliche Hilfe, ohne die allerdings der Zug ohne uns oder zumindest den Mopeds abgefahren wäre. Beim Ausladen war dann gar keiner vom Bahnhof da, aber für die Hälfte des sibirischen Preises halfen uns die Zugangestellten die Mopeds ohne Kratzer die 1.2m Höhendifferenz von Wagon zum Bahnsteig zu überwinden.

Im Zug herrschte zum Teil eine Affenhitze, natürlich nur auf den billigen Platzkartenplätzen, also jenen die wir gekauft hatten. In den Kupejnii-Wagons war es weitaus kühler, allerdings auch weniger interessant und mehr als doppelt so teuer. Für alle, die eine Fahrt mit der Transib planen: Macht es nicht am Stück, sondern steigt zwischendurch aus und schaut euch etwas an. Vier Tage hintereinander im Zug ist nicht so das Wahre und die Landschaft rast einfach nur so vorbei.

Nachdem wir in Wladimir aus dem Zug gestiegen sind, haben wir Susdal besucht, ein wahres Mekka für Freunde alter Kirchen und Museen. Uns hat es gut gefallen und ein paar Souvenirs haben auch ihren Platz im Gepäck gefunden. Anschließend sind wir im grossen Bogen um Moskau Richtung Lettland gefahren und haben uns in Riga zuerst alle Motorradwerkstätten (wegen wieder mal zahlreicher loser Speichen an Michas Moped) und danach das sehr interessante Motormuseum und die schöne Altstadt angesehen. Michas 10er Maulschlüssel fand sich nach 3000km auch wieder an und zwar in seinem Vorderradreifen!!! wo sich der Schlauch dann doch etwas gedrückt fühlte... Das erste mal in den drei Monaten übernachteten wir auf einem offiziellen Zeltplatz und das noch recht günstig und nur zwanzig Minuten vom Zentrum der baltischen Metropole entfernt. Wir bauten das Zelt neben einen Päarchen aus Frankreich auf, die mit einer GS100 unterwegs waren. Sie erzählten uns von ihrem Vorjahresabenteuer, als sie mit einer Indian Enfield bis nach Kasachstan bgereist sind. Leider wurde ihnen dort das Moped geklaut, entsprechend das abschliessende Urteil über die frühere Sowjetrepublik...


Russland IV                                                                                                                                                  übers Baltikum nach Hause