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Der Grenzübertritt in die Ukraine verlief problemlos (halbe Stunde Fragen beantworten). Am selbigen Abend erschreckte uns meine MZ mit kräftigem Ölverlust - Diagnose Simmerring auf der Limaseite defekt. Zum Glück hatten wir den als Ersatz mit, nicht jedoch den von der Werkstatt vergessenen Sicherungsring für Selbigen. Diesen konnten wir aber am folgenden Tag mit Hilfe unserer "Gasteltern" auftreiben. Wir bekamen von den netten Leuten Ihre Datsche zur Übernachtung und am darauf folgenden Morgen sogar Hilfe beim Teile beschaffen. Dank Michas Erfahrung im Schrauben war der Schaden innerhalb von ein paar Stunden Geschichte.

Die Ukraine kam mir vor wie aus dem Geschichtsbuch Anfang des 20.Jahrhunderts und das obwohl wir einen der geografischen Mittelpunkte Europas passierten. Es ist wie im Film, die schlechten Straßen (meist eher Feldwege), die Babuschkas mit Kuh an der Leine, lachende Kinder, wunderschöne Landschaft... unzählige Eindrücke jeden Tag!! UND die Gleichgültigkeit des westlichen Europa war plötzlich verschwunden; die Leute kommen auf einen zu, fragen nach dem woher und wohin, sind neugierig und schütteln meist anschliessend mit dem Kopf :-)) Für die meisten ist es unvorstellbar, eine solche Tour nur aus Abenteuer- und Entdeckerlust noch dazu auf dem Motorrad zu machen.


Am Schwarzen Meer angekommen wurde es dann sogar mal richtig komisch: Die Leute liefen in Badesachen am Strand herum und wir setzten den Helm auf und zogen bei dreisig Grad im Schatten die Handschuhe an... was machen wir eigentlich?

In Berdansk überraschte meine MZ plötzlich mit Null Bremswirkung hinten. Die Ursache für den außerdem seit drei Tagen stetig steigenden Benzinverbrauch war jetzt schnell gefunden, eins der beiden Radlager kam uns in Einzelteilen entgegen... Zum Glück hatten wir zumindest ein Ersatzlager mit und fleißige ukrainische Helfer gab es auch zum Reparieren.

Der Grenzaustritt verlief dann nicht ganz so reibungslos wie das Reinkommen: Die Zöllner erklärten uns, dass wir laut Transitstempel im Pass (hatten wir bei der Einreise leider nicht bemerkt) die Zeit um zwei Tage überzogen hätten und dies nun ein Riesenproblem sei. Das sahen wir ganz und gar nicht so, mit Ärger im Bauch und etwas weichen Knien diskutierte ich in gebrochenem Russisch eine gute Dreiviertelstunde und bestand darauf, dass unser Touristenvisa einen Monat gültig sei. Irgendwann mussten die Zöllner einsehen, dass sie von uns kein Geld bekommen würden und sie drückten uns die Papiere in die Hand mit dem Hinweis, wir sollten in Russland darauf achten, nicht auch einen Transitstempel verpasst zu bekommen... sehr nette Menschen. Den Hinweis nahmen wir ernst und nach weiteren zwei sinnlosen administrativen Stunden am russischen Grenzschalter hatten wir unser erstes großes Etappenziel erreicht. Wir waren nach zwei Wochen Fahrt in Russland!


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